27.09.2014: Erfolgreiche Sicherung des Sandsteinkellers am Cholfirst

Keller saniert

Im Rahmen eines Projekts, das auch mit aktivem körperlichem Einsatz verbunden war, gelang es uns, diesen Sommer den Sandsteinkeller am Cholfirst für Fledermäuse als Winterquartier wieder zugänglich zu machen und langfristig zu sichern. Und unsere Bemühungen scheinen belohnt zu werden: Bei Ultraschall-Aufnahmen vergangene Woche konnten wir feststellen, dass die nächtlichen Flatterer den Keller wieder auskundschaften.

Sandsteinkeller Cholfirst vor Sanierung

Vielleicht ist es ja kein Zufall, dass der Ort in unmittelbarer Nähe zum «Paradies» liegt. Auf jeden Fall war der am Fuss des Cholfirsts gelegene Sandsteinkeller in der Vergangenheit stets eines der am besten besetzten Fledermaus-Winterquartiere in der Region. War: Denn durch die Erosion des Hanges wurde der Eingang zum Keller vor rund drei Jahren so stark verschüttet, dass er nicht mehr zugänglich war. Dies veranlasste unseren frisch gegründeten Verein, die Sache an die Hand zu nehmen.

Rasch und unkompliziert erhileten wir vom Ökofonds des Kraftwerks Schaffhausen Unterstützung, indem uns die Übernahme der Kosten für Material und Baggerarbeiten zugesagt wurde. So abgesichert konnten wir auch die Kantonsforstverwaltung Schaffhausen als Besitzerin des Grundstücks und das Amt für Umwelt des Kantons Thurgau, welches von behördlicher Seite her für den Naturschutz zuständig ist, für das von Vorstandsmitglied Hansueli Alder ausgearbeitete und geleitete Sanierungsprojekt gewinnen.

Freischaufeln Eingang

Spatenstich war dann am 13. Juni 2014. Bei einem ehrenamtlichen Einsatz, untsrstützt durch Vorstandsmitglied Chrisian Ehrat, sowie Sandra Koch und Charlotte Brixius, zwei Freiwilligen des BUND Naturschutzzentrums Gottmadingen wurden mehrere Kubikmeter Sand weggeschaufelt. Dadurch konnten wir den Eingang soweit freilegen, dass es uns möglich war, die Masse für das Rohr aufzunehmen, das zukünftig den Zugang zum Keller gewährleistet. Da der Keller unmittelbar hinter dem Eingang in zwei voneinander getrennte Bereiche verzweigt und das Rohr deshalb am Ende in ein «Y» verzweigen muss, es aber solche Rohre nicht ab Stange gibt, musste eine Lösung gesucht werden, die sich bald auch fand: Die auf Kunststoffrohre spzialisierte Firma Gawaplast aus Neuhausen am Rheinfall erklärte sich bereit, uns ein entsprechendes PE-Rohr massgefertigt herzustellen - und unterstützte unser Projekt gleich noch grosszügig, indem sie nur den Materialpreis verreichnete.

Anlieferung Rohr Freibaggern Eingang

Der grosse Showdown bot sich dann am 15. Juli 2014, als schweres Gefährt angefahren kam. Innerhalb von kurzer Zeit legte Unternehmer Daniel Keller aus Marthalen mit seinem 8-Tonnen-Bagger den Eingang noch ganz frei.

Dann fuhr auch schon der LKW der Firma Gawaplast vor, so dass das Rohr direkt an den Haken des Baggers übernommen werden konnte.

Anlieferung Rohr Anlieferung Rohr

Geschickt manövrierte Vorstandsmitglied Christian Ehrat zusammen mit Baggerführer Daniel Keller das rund 8 Meter lange Rohr an seinen Bestimmungsort.

Überwallen Rohr Einbau Rohr

Der Rest dann wieder Routine: Mit dem zuvor seitlich aufgehäuften Sand wurde das Rohr überwallt und das Gelände wieder ausgeglichen.

Letzte Handgriffe Letzte Handgriffe

Zum Schluss blieben noch ein paar letzte Handgriffe, und mit dem Wegräumen von einigen Abfällen aus dem Inneren des Kellers war der rund fünfstündige Einsatz erfolgreich beendet.

Anbringen Erosionsschutz

In einem letzten Arbeitsschritt wurde durch uns am 2. September noch ein Erosionsschutz-Netz angebracht. Dieses soll das grossflächige Wegschwemmen von Sand verhindern und gleichzeitig das Anwachsen und Verwurzeln von Pflanzen fördern und so zur Stabilisierung des labilen Hangs und damit zur langfristigen Sicherung des Kellers beitragen.

Viel Arbeit, die sich aber gelohnt hat, wie sich in der Nacht vom 23. auf den 24. September gezeigt hat: Bei Ultraschall-Aufnahmen am inneren Ende des Rohrs konnten wir erfreut feststellen, dass die Fledermäuse den neuen Zugang bereits aktiv nutzen und in den Keller einfliegen. Ein gutes Ohmen dafür, dass die Nachtjäger unser wiedergeschaffenes Winterquartier wohl auch in Zukunft wieder gerne annehmen werden!

Abschliessend möchten wir folgenden Personen unseren herzlichen Dank für ihre stets unkomplizierte Unterstützung aussprechen: Peter Hunziker und Walter Vogelsanger vom Ökofonds des Kraftwerks Schaffhausen, Bruno Schmid vom Kantonsforstamt Schaffhausen, Raimund Hipp vom Amt für Umwelt des Kantons Thurgau, sowie Josef Eugster, Geschäftsführer der Firma Gawaplast in Neuhausen am Rheinfall. Dank dieser hervorragenden Zusammenarbeit konnte das Projekt kostengünstig und effizient umgesetzt werden.