22.11.2015: Braunen und Grauen Langohren mit Hightech auf der Spur

Übersicht DNA-Artidentifikation

Braunes oder Graues Langohr? Diese Frage hat sich uns in der Vergangenheit immer wieder gestellt. Denn selbst wenn man die in Estrichen meist versteckt lebenden Langohren einmal zu Gesicht bekommt, ist es aufgrund von äusseren Merkmalen äusserst schwierig, die Tiere richtig zu bestimmen. Dank modernster DNA-Analyse ist es uns nun möglich geworden, anhand von eingesammelten "Chegeli" eine Artbestimmung vornehmen zu lassen, ohne dass die Tiere dafür gestört werden müssen. Die Ergebnisse der ersten 12 so bestimmten Quartiere zeigen, dass das allgemein viel seltenere Graue Langohr im Kanton Schaffhausen besonders verbreitet zu sein scheint.

Langohr-Chegeli

Was bei der Betrachtung der ersten Ergebnisse auffällt (Klick auf die Karte zum Vergrössern): Vor allem im Klettgau und im Reiat scheint das Graue Lognohr eine hohe Präsenz zu haben. Demgegenüber scheint in den Randentälern mit rauherem Klima das Braune Langohr verbreiteter zu sein. Allerdings ist die Stichprobe noch zu klein, um wirklich verlässliche Aussagen zum Verbreitungsgebiet der jeweiligen Art machen zu können. Das Beispiel Merishausen zeigt auch, dass innerhalb des gleichen Gebiets durchaus beide Arten vorkommen können, wobei es sich beim Fund des Braunen Langohrs um einen Fund eines toten Einzeltiers mitten im Dorf (an der Hauswand der Mausohr-Wochenstube) handelt. Aufgrund ihrer Lebensweise ist es durchaus möglich, dass Braune Langohren im Kanton flächendeckend vorkommen, mit Verbreitungsschwerpunkt in den Wäldern. Das Graue Langohr wiedrum ist stärker an den Siedlungsraum gebunden und beispielsweise auf Obstanlagen als Jagdhabitat angewiesen.

Aufgrund der durchgeführten Quartierbegehungen besteht zudem in Hallau und Thayngen, evt. auch Lohn der Verdacht, dass es sich um aktuelle Wochenstuben handeln könnte - wir werden dies aufgrund von weiteren Beobachtungen überprüfen müssen.

Basierend auf diesem spannenden ersten Ergebnis, welches mit Unterstützung des Kantons zustandekam, haben wir nun noch in weiteren Langohr-Quartieren Chegeli eingesammelt, welche im Rahmen der Überarbeitung des Schweizerischen Säugetieratlas 2016 ausgewertet werden und so das Bild vervollständigen können. Dies ist wichtig, damit für das gemäss Roter Liste vom Aussterben bedrohte Graue Langohr Schutzkonzepte und gezielte Fördermassnahmen entwickelt werden können.