17.08.2016: Mausohr-Flugstrassenbeobachtung mit Merishauser Schülerinnen und Schülern

Beobachtungen Merishausen

Dank dem Einsatz der Schülerinnen und Schüler der Ori. Merishausen-Bargen sowie deren Lehrpersonen durften wir vom «Arbeitskreis Fledermausschutz Schaffhausen - flädermüüs.ch» einen Schritt weiterkommen bei der Suche nach der Flugstrasse bzw. den Flugstrassen der Merishauser Mausohren.

Einführung

Nach einer Einführung mit interessanten Bildern und Beispielrufen von Fledermäusen wurden die Jugendlichen mit Batdetektor und Protokollblatt in Zweiergruppen aufgeteilt. Jede Gruppe begab sich auf einen zugeteilten Standort im Umkreis der bekannten Mausohrwochenstube.

Der Auftrag bestand darin, die vorbei fliegenden Grossen Mausohren zu protokollieren, das heisst die Flugrichtung und Flugzeit zu bestimmen und dies zu notieren. Dies tönt nun zwar einfach, war es aber gar nicht. Denn war das, was man nun gerade im Detektor gehört hatte, überhaupt ein Grosses Mausohr? Wo ist die Fledermaus unterwegs, die man rufen hört? Und in welche Richtung ist sie geflogen? Oft ging es sehr schnell und die Fledermaus ist schon wieder ausser Hör- und Sichtweite. Und dann musste man immer konzentriert bleiben, auch wenn es ein paar Minuten lang ruhig blieb. Denn eben, so plötzlich wie die Fledermaus auftaucht, verschwindet sie auch wieder.

Beobachtung

Die Frage einzelner Gruppen, ob das protokollierte nun auch stimme, konnten wir natürlich nur schwer beantworten, denn es ging ja darum, Daten zu erheben, welche noch nie jemand erhoben hat. Es gab also kein richtig oder falsch, kein Lösungsblatt, die Arbeit der Jugendlichen war nicht einfach eine Übung, wie man es sich vielleicht von der Schule gewohnt ist. Es ist reale und eben auch mühsame Forschungsarbeit, welche viel Geduld braucht und die Resultate sich Schritt für Schritt zusammensetzen müssen. Forschungsarbeit, welche bedeutet, dass die gemachten Beobachtungen als Grundlage für weitere Forschungstätigkeiten dienen. Für die Jugendlichen und Lehrpersonen ein sicherlich spannender Einblick in ein aktuell laufendes Forschungsprojekt.

Trotz der grossen Herausforderung liessen sich in Bezug auf die Fledermaus-Aktivität an den einzelnen Standorten zum Teil deutliche Unterschiede erkennen. Auf der oben stehenden Abbildung haben wir dies anhand unterschiedlich grosser oranger Kreise dargestellt (grosser Kreis: hohe Aktivität, kleiner Kreis: geringe Aktivität; die Mausohr-Wochenstube selbst befindet sich innerhalb des roten Kreises).

Auf den Erkenntnissen werden wir nun in nächster Zeit noch genauere Beobachtungen durchführen und so hoffentlich wiederum einen Schritt weiterkommen auf der Suche nach möglichst allen Flugstrassen der in Merishausen lebenden Grossen Mausohren. Dieses Wissen kommt wiederum dem Schutz der Fledermäuse direkt zugute, indem bekannte Verläufe von Flugstrassen beispielsweise im Ende 2015 revidierten kantonalen Richtplan als Wildtierkorridore aufgeführt sind. Dies wiederum verpflichtet die Behörden dazu, die Flugstrassen bei ihrer Planung zu berücksichtigen.

Als Dank für die wertvolle Hilfe gab es zu später Stunde und zum Abschluss des Einsatzes im Gemeindehaus Merishausen für jede und jeden zwei Kugeln Glacé. Nochmals herzlichen Dank für eure Unterstützung.